Elektro Auto

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Stromtankstelle

Als Stromtankstelle wird eine Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge bezeichnet. Diese kann öffentlich oder nicht-öffentlich zugänglich sein und ist im einfachsten Fall eine Steckdose (230 V, 16 A), an welcher der Akkumulator eines elektrisch angetriebenen Fahrzeugs über eine Kabelverbindung aufgeladen werden kann (Konduktives Ladesystem für Elektrofahrzeuge laut DIN EN61851-1). Es gibt kostenpflichtige und sogar zahlreiche kostenlose Stromtankstellen. Mittlerweile gibt es vermehrt Stromtankstellen mit Drehstromanschluss, damit entweder mehrere Fahrzeuge gleichzeitig oder ein Fahrzeug beschleunigt geladen werden kann.Bei einer Stromtankstelle als Solartankstelle ist der Betreiber zusätzlich dafür verantwortlich, dass der entnommene Strom in seiner Herkunft direkt zur Sonne zurückverfolgt werden kann, z. B. vermittels einer Solarstromanlage.Elektromobile "tanken" in der Regel an einer Stromtankstelle nur eine kleine Energiemenge. Ohne aufwendige Technik und mit einfachsten organisatorischen Maßnahmen, wie der pauschalen Verrechnung der bezogenen Energie, können die Kosten bei den meisten Stromtankstellen niedrig gehalten werden. Die derzeit häufigsten Systeme sind private Außensteckdosen (Wechselstrom- oder Drehstromkiste) sowie Park & Charge. Die Stecker und Kabel sollen den üblichen Normen für elektrische Geräte entsprechen.Die Entwicklung neuer Stecksysteme ist zur Zeit in der Diskussion, und in Deutschland wird ein System ähnlich dem 230V 16A CEE blau Stecker favorisiert, allerdings mit zwei zusätzlichen Datenkontakten und für Ströme bis 32 A. Damit kann das Fahrzeug bzw. Ladegerät eindeutig identifiziert werden und für eine Anbindung der Fahrzeuge und des Fahrzeugakkus ins Stromnetz kann dann eine Datenkommunikation stattfinden. Ziel ist es, den Fahrzeugakku als Teil des Stromnetzes zu betrachten. Er kann bei Energieüberschuss im Netz geladen werden (Energiesenke) und bei Energiemangel im Netz kann aus dem Akku Energie "gezogen" werden, d.h. ins Netz zurückgespeist (Vehicle to grid - system, kurz V2G genannt). Diese Systeme sind jedoch noch sehr neu und sollen in den nächsten Jahren erprobt werden.Neben der konduktiven Ladung (bzw. Energieübertragung über Kabel und Steckverbindungen) kann man die Energie auch induktiv übertragen. Solche Systeme gibt es seit vielen Jahren, u.a. war so das Ladesystem beim EV1 von General Motors aufgebaut. Auch bei Bussen wurde es schon eingesetzt, und verschiedene Firmen und Forschungseinrichtungen zeigten solche System auf Messen und Kongressen (z.B. den verschiedenen EVS - Electric Vehicle Symposium). Bekannt wurde ein System von Wamsler (Österreich) für Elektrobusse, die Veröffentlichungen von Dassault in Frankreich (ebenfalls für Busse vorgesehen) und in letzter Zeit die Vorschläge von Nissan für die Ladung der geplanten Elektroautos.In Deutschland gibt es relativ dichte Stromtankstellennetze in der Region Neckar-Alb, im Raum Erlangen-Nürnberg sowie in bestimmten Gegenden des Ruhrgebietes. Viele sind kostenlos. Das Lemnet listet aktuell (Juli 2009) für Deutschland 402, für die Schweiz 623, Österreich 181 und Frankreich 141 öffentlich zugängliche Stromtankstellen auf. Daneben gibt es für Österreich eine eigene Liste, die 2109 Lademöglichkeiten auflistet. Aktuelle Informationen findet man auf den Web-sites laut unten angegebenen links.Man strebt an, mit moderne Traktionsakkus schnell zu laden. Das geht im Bereich der Ladezeiten um 1 Stunde meist problemlos, sofern die benötigten Leistungen zur Verfügung stehen und die Fahrzeuge mit den Ladegeräten ausgerüstet sind. Herkömmliche Fahrzeuge mit 12 bis 20 kWh Energieinhalt benötigen dafür mindestens einen Dreihphasenanschluss mit 16 A (11 kW) oder 32 A (22 kW). Das sogenannte "Drehstromnetz" strebt als Standard die 32A Dose (22 kW) an. Mit noch größeren Steckdosen könnten entsprechenden Hochstromlader im Bereich von 10 bis 20 Minuten elektrische Energie für über 150 Fahrkilometer (rund 30 kWh) liefern. Solche Systeme existieren öffentlich noch nicht, sind aber denkbar. Für die rund 60 Elektrobusse in Peking wurde während der Olympiade 2008 eine Batteriewechselstation betrieben, die die leeren Akkus den Bussen entnahm und volle wieder einschob. Diese Station hatte natürlich einen Stromanschluss von mehreren 100 kW. China plant zur Zeit den Bau von 3000 Elektrobussen für den öffentlichen Personen-Nahverkehr. Es wird erwartet, dass hier ähnliche bzw. weitereintwickelte Stromtankstellen mit Wechselsystem zum Einsatz kommen.Für die mittlerweile fast 100 Millionen Elektrofahrräder, die in China in Betrieb sein sollen (2009), reichen einfache Außensteckdosen als Stromtankstellen aus. Zusätzlich können die Akkus entnommen und an Steckdosen in Innenräumen aufgeladen werden, oder es wird ein Kabel nach draußen gezogen. Das ist die einfachste Form einer "Stromtankstelle für Elektrofahrzeuge".
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